Beratungssituation
Vision4you Alleinerziehen – Berufsberatung
Ein Projekt des SVAMV
 
 

Lebensphasen: Werte

Phase 1
Alleinerziehende fühlen sich in dieser Phase oft schuldig.
Das Bild der «intakten Familie» bestehend aus Vater und Mutter ist immer noch die hoch gehalten Lebensform.
Alleinerziehende Mütter stehen unter enormem Druck.
Sie müssen beweisen, dass sie es schaffen und dass die Kinder keine Schwierigkeiten machen.
Jeden Fehler, jede Panne bewerten sie als persönliches Versagen, denn oft reagiert das Umfeld sehr empfindlich darauf.
Nur allzu schnell bestätigt sich die vorgefasste Meinung, wonach Kinder von Alleinerziehenden dauernd Probleme haben und machen.
Um diesem Vorurteil zu entkommen, leisten viele Alleinerziehende eine enorme Anpassungsleistung und versuchen, um keinen Preis aufzufallen.

Phase 2
Alleinerziehende haben Erfahrungen gemacht, die ihnen allmählich helfen, in dieser Form zu leben.
Sie haben gelernt mit der gesellschaftlichen Stigmatisierung umzugehen und Vertrauen in die eigenen Kompetenzen gewonnen.
Allerdings braucht es nur wenig, damit das heikle Gleichgewicht wieder gestört wird.

Phase 3
In dieser Phase haben Alleinerziehende bewiesen, dass sie es schaffen.
Das Erstaunen des Umfelds ist oft gross und spürbar.
Was niemand glauben wollte, ist eingetroffen: Die «anormale» Familie funktioniert.
Alleinerziehende erleben dann oft eine gesellschaftliche Aufwertung.
Bewunderung für die geleistete Arbeit und Akzeptanz für ihre Lebensform wird spürbar.
Allerdings tragen Alleinerziehende immer noch das Gefühl in sich, für alles, was nicht klappt, verantwortlich zu sein.

Um die starren Wertbilder und die erlebte Stigmatisierung besser ertragen zu können und um damit umgehen zu lernen sollten sich Alleinerziehende untereinander treffen. Auf diese Art erleben sie das Gefühl des Verstandenwerdens. Zugleich verbindet gemeinsamer Austausch und macht stark.

Porträt einer nachdenklich blickenden Frau