Beratungssituation
Vision4you Alleinerziehen – Berufsberatung
Ein Projekt des SVAMV
 
 

Armut

Hohe «Working poor»-Quote1
Verschiedene Faktoren machen Alleinerziehende in der Schweiz zu der am stärksten von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppe. Einerseits arbeiten Alleinerziehende oft in Funktionen mit tiefen Löhnen, andererseits kämpfen sie mit hohen Kinderkosten. Diese sind nämlich in der Regel doppelt so hoch wie in einem Paarhaushalt (so genannter Skaleneffekt)2. Hinzu kommt, dass die Beiträge des getrennt lebenden Partners oft nur einen kleinen Teil des Lebensunterhalts der Kinder decken und dass bezahlbare Kinderbetreuungäusserst rar ist .

Erwerbsarbeit senkt Armutsrisiko
Studien belegen, dass die Armutsrate der Alleinerziehenden in denjenigen OECD-Ländern, die den Zugang zum Arbeitsmarkt fördern, nicht höher ist als die Armutsrate der Gesamtbevölkerung. Mit anderen Worten: Erwerbsarbeit senkt das Armutsrisiko Alleinerziehender drastisch, nämlich um zwei Drittel3. Erwerbsarbeit verhilft Alleinerziehenden also zu einer guten Lebensgrundlage. Gerade zu qualifizierter Erwerbsarbeit haben jedoch viele Alleinerziehende keinen Zugang. Durch die Familiensituation bedingte Abbrüche oder Unterbrüche im Erwerbsleben verhindern sehr oft ihre berufliche Weiterentwicklung oder -qualifizierung . Erschwerend kommt hinzu, dass Familienarbeit und ausserberufliche Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt einen sehr geringen Stellenwert haben.

Umso wichtiger ist es, dass Alleinerziehende lernen, ihre ausserberuflichen Qualifikationen transparent zu machen und sich für ihre persönliche Aus- oder Weiterbildung einzusetzen

1E. Streuli, T. Bauer «Working poor in der Schweiz». Info social Nr. 5, Bundesamt für Statistik, Neuchatel, 2001, U. Mäder et al, Working poor in der Schweiz, NFP 45, 2003/2005 Volkszählung 2000?

2Tobias Bauer und Elisa Streuli «Modell der Ausgleichs von Familienlasten. Eine datengestützte Analyse für die Schweiz. Im Auftrag der EKFF, 2000»

3 Förster, M.F.: «Kinderarmut im internationalen Vergleich.» Konferenzbeitrag zur Nationalen Armutskonferenz in Bern, 23.5.2003

Frau springt