
Alleinerziehende Personen begegnen in ihrem Alltag oft Vorurteilen – zum Beispiel der stereotypen Annahme, dass Kinder aus Einelternfamilien per se eine gefährdete und mit Defiziten belastete Gruppe seien. Alleinerziehende werden zudem häufig vom Gefühl befallen, durch das Fehlen des Partners resp. der zweiten Bezugsperson werde ihren Kindern etwas Grundsätzliches und Lebenswichtiges vorenthalten. Dies löst schlechtes Gewissen und Schuldgefühle aus, was wiederum dazu führt, dass Alleinerziehende glauben, alles doppelt so gut machen zu müssen - vor allem dann, wenn es um die Betreuung und Erziehung der Kinder geht. Sich selbst ein wenig Zeit zu nehmen, ist vielfach ebenfalls mit Schuldgefühlen verbunden. Stehen Alleinerziehende vor einer beruflichen Entscheidungssituation, müssen sie daher oft erst lernen, dass die Auseinandersetzung mit den eigenen beruflichen Möglichkeiten sinnvoll ist und sowohl ihnen wie auch ihren Familien zu Gute kommt.
Aus all diesen Gründen ist die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühles für Alleinerziehende sehr zentral. Dies gilt nicht zuletzt auch in Bezug auf die Berufschancen. Eine realistische Selbsteinschätzung der bestehenden Möglichkeiten stärkt das Selbstwertgefühl erheblich. In dieser Beziehung kann ein Gespräch mit einer Fachperson der Berufsberatung sehr wichtig sein. Es kann Alleinerziehenden helfen