
Je nach Handlungsspielraum kann in der Beratung nur an minimalen oder bereits an grösseren Veränderungsschritten gearbeitet werden. Entscheidend ist hier, in welcher Phase sich jemand befindet. In erster Linie geht es darum, die Existenz der Familie zu sichern. Erst in einer nächsten Phase, wenn eine gewisse wirtschaftliche und berufliche Stabilität erreicht ist, können grundsätzlich neue Berufsideen und Berufsmöglichkeiten angegangen werden. Es ist wichtig, dass Sie als Fachperson aufzeigen, welche Schritte in der jeweiligen Lage realisierbar sind und welche nicht.
Alleinerziehenden ist es aufgrund ihrer Lebenssituation sehr oft nicht möglich, ihre Berufswünsche direkt anzugehen. Sie müssen diese zurückstellen und sich vorerst in kleinen Schritten anderen Zielen zuwenden. Das ist alles andere als einfach und erfordert viel Geduld. Oftmals müssen sich Allenerziehende auch ganz von ihren Hoffnungen und Träumen verabschieden. Als Beraterin oder Berater sind Sie daher stark gefordert: Sie können helfen, allfällige Enttäuschung aufzufangen. Gleichzeitig können Sie aber auch den Appetit auf kleine Schritte wecken, ermutigen, sich auf neues Terrain vorzuwagen und ermuntern, dranzubleiben und nicht aufzugeben – auch wenn der Weg lange ist.
Umsetzung begleiten
Aus all diesen Gründen sollten Sie als Beraterin oder Berater auch die späteren Umsetzungsschritte eng begleiten. In dieser Phase sind Ihr Fachwissen und Ihre Begleitung ebenfalls erforderlich. Zum Beispiel um Ihre Klientin oder Ihren Klienten zu ermuntern, vor Kontakten mit der Arbeitswelt nicht zurückzuschrecken, sondern sie aktiv zu suchen. Vielleicht sind Einblicke ins gewünschte Berufsfeld möglich, vielleicht auch Gespräche mit Berufsleuten. Solche Aktivitäten sind sehr wichtig. Sie erweitern das Blickfeld, machen Mut, bringen neue Kontakte und eröffnen vielleicht sogar Möglichkeiten, an die man bisher nicht gedacht hat.